Palliativstation Tag 6

4.10 Für mich ist die Nacht vorbei. Schmerzniveau eine erstaunliche 2 in Ruhe, 3 in Bewegung. Könnte der erste gute Tag seit Jahren werden. 

Der Kirchenmann hatte gestern eine erstaunliche Frage an mich: Über was haben Sie sich in den letzten drei Jahren gefreut. Obwohl ich sicher bin, daß es etwas gegeben haben muss, ist mir nichts eingefallen. Das hat mich sehr erschüttert. Es ist doch eher umgekehrt. Ich vergesse das Unangenehme oder beschönige es im Nachhinein, aber ich vergesse doch nicht das Schöne. Haben die Medikamente (Drogen), die ich bis letzten Sonntag genommen habe, meine Wahrnehmung so stark verändert. Werde ich deswegen manchmal nicht verstanden, nicht ernst genommen, gemieden? 

Ist mein Selbstbild so sehr viel anders als die Wahrnehmung anderer Menschen?

Bin ich der Vollpfosten, der Lebenshorst? 

Jetzt wo ich ihn bräuchte, hat Dominik aufgehört, aber die Zeit wäre auch verkehrt. Ich habe Krisen eher zwischen 3 und 5 Uhr. 

Noch min. drei Stunden bis zum Frühstück. 

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