Freitag, 28. Juli 2017

6.40 Gegen vier Uhr war ich wach, konnte aber wieder einschlafen. Lt. Schlaf App sank meine Atemfrequen kurz vor 23 Uhr bis auf acht herunter, um dann rapide auf normale Werte zu steigen. Offenbar sorgt die CPAP(continuous positive airway pressure)-Beatmung dafür, dass es nicht zum Atemstillstand kommt.

Während meines Krankenhaushausaufenhalts wurde mein Blutzucker mehrmals am Tag gemessen. Erstaunlich fand ich, dass mein Blutzucker vor dem Frühstück, also nüchtern erheblich höher war als nach dem Frühstück. Es sollte genau umgekehrt sein.

Eine mögliche Erklärung habe ich im Schlafapnoe Artikel bei Wikipedia gefunden. Diabetes mellitus, Typ 2, wird seit Anfang 2002 immer häufiger in Zusammenhang mit dem OSAS (Obstructive Schlaf Apnoea Syndrom) gebracht. Es besteht ein linearer Zusammenhang zwischen dem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) und der Insulin-Resistenz. Der Blutzucker ist also umso höher, je mehr Atempausen pro Stunde Schlaf auftreten. Nach einer eingeleiteten nCPAP-Therapie kann die nächtliche Zuckerneubildung (Gluconeogenese) deutlich vermindert werden und die morgendlichen Blutzuckerwerte sinken.

Ich sollte wohl doch möglichst bald einen Termin bei einem Lungenfacharzt oder falls möglich gleich im Schlaflabor machen, um mein Schlaftherapiegerät überprüfen und neu einstellen zu lassen. Dazu muss ich versuchen Helga von der Dringlichkeit zu überzeugen. Sie meint ich würde mich zu viel mit meinen Krankheiten beschäftigen und sollte besser mit jemanden über meine Ängste reden.

Ich sehe es nicht so, dass ich aus Angst vor dem Tod getrieben bin, sondern lediglich objektive Werte nutze, um Folgeschäden zu verhindern. Eine niedrige Atemfrequenz führt zu Sauerstoff angel im Gehirn und auf Dauer drohen Herzinfarkt und/oder Schlaganfall. Einige Blutwerte deuten schon an, dass da etwas in die falsche Richtung geht. Bloß weil ein Schmerztherapeut und ein Diabetologe diese Zusammenhänge nicht erkennt, ist nicht automatisch alles in Ordnung. Sind die ganzen Messungen im Krankenhaus nur Beschäftigungstherapie für Praktikanten? Sind die vierteljährlichen Blutuntersuchungen nur das Mittel, um mehr Leistungen abrechnen zu können? Oder liegt es in meiner Verantwortung die richtige Maßnahme zu ergreifen, um Schäden zu verhindern? Ist nur der Patient für Prevention zuständig? Ist deshalb das Gesundheitssystem so stark belastet, weil nur noch Geld zum beseitigen oder lindern von Schäden ausgegeben wird und das Vorbeugen zu kurz kommt? Scheinbar werden nicht einmal die vorhandenen Werte interpretiert, um hilfreiche Schlüsse daraus zu ziehen. Stattdessen beschäftigt sich mein Arzt hauptsächlich damit meine Medikamentenliste zu aktualisieren, statt mit mir zu reden. Das könnte doch sicherlich eine erfahrene Mitarbeiterin machen.

Dabei fällt mir ein wie anders als sonst ich den Moment im Wartezimmer erlebt habe, als ich das zweite Mal in das Wartezimmer ging, um auf mein BTM Rezept zu warten. Früher war es mir peinlich sehr viel Zeit im Wartezimmer zu verbringen, gestern habe ich diabolisch gegrinst als ich wieder in’s Wartezimmer ging und dort die gleichen Leute saßen, die auch schon dort waren, als ich aufgerufen wurde und mich mit Blicken scheinbar töten wollten. Gedacht habe ich in diesem Moment: Manchmal wäre es vielleicht einfacher sich zusammen zu reißen und arbeiten zu gehen statt sich die Warterei beim Arzt an zu tun. Wahrscheinlich habe ich das viel zu oft gemacht, weil ich geglaubt habe, ich wäre wichtig oder das was ich gemacht habe, wäre wichtig.

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