Muss ein Schlafender pinkeln, wenn man seine Hand in warmes Wasser taucht?

Es wird angeblich genauso gerne ausprobiert wie der Trick mit der Zahnpasta unter der Türklinke: das Pinkelexperiment. Zielgruppe: Mitschüler während einer Klassenfahrt. Vorgehensweise: Eine Gruppe Verschwörer füllt nachts heimlich einen Eimer mit lauwarmem Wasser, schleicht sich damit an einen schlafenden Mitschüler heran und taucht eine seiner Hände vorsichtig ins Wasser. Ergebnis: Der Schlafende uriniert ins Bett.
Hoher Aufwand – wenig Erkenntnis
Selbst Menschen, denen man vertraut, behaupten, dieses Experiment sei ihnen bereits gelungen. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es dazu allerdings nicht. Eine solche Untersuchung wäre auch sehr zeitaufwändig, komplex und teuer: Man müsste unter anderem Alter und Geschlecht der Probanden berücksichtigen; wann und wie viel jemand zuletzt vor dem Schlafengehen getrunken hat, wann er ins Bett geht, in welcher Schlafphase man seine Hand in Wasser taucht, wie tief und wie lange und welche Temperatur das Wasser hat.
Komplexes Blasenfunktionssystem
Das Ganze dann am besten noch im Blindversuch – ohne die Probanden vorab zu informieren. Der Erkenntnisgewinn rechtfertigt solch einen Aufwand wohl eher nicht. Also kann man sich nur auf physische Spurensuche begeben und dort nach möglichen Antworten suchen: Das Blasenfunktionssystem ist komplex und deshalb natürlich durchaus fehleranfällig. Im Rückenmark sitzt ein Blasenreflexzentrum, an das die Blase bei einer Füllmenge von etwa drei Viertel meldet, dass eine Entleerung bald angebracht wäre.
Blasenentleerungskontrolle wird erlernt
Diese Meldung geht über das Rückenmark ans Großhirn. Entweder reagiert man dann, indem man eine Toilette aufsucht, oder man unterdrückt die Meldung und entscheidet noch auszuhalten. Die Kontrolle über die Blase erlernt man nämlich im Laufe seines Lebens. Da die Blase ein dehnbarer Muskel ist, kann man ihn auch trainieren. Außerdem passt – abhängig von Körpergröße, Alter und Geschlecht – unterschiedlich viel Urin in eine Blase, bevor sie den Pegel erreicht hat, der die Reaktionskette der Blasenentleerung in Gang setzt.
Langsamere Entwicklung bei vielen Jungen
Tatsächlich erlernen viele Jungen die vollständige Blasenentleerungskontrolle aber etwas langsamer als der Durchschnitt – bis zu einem Alter von 15 bzw.16 Jahren. Diese Kontrolle setzt vor allem dann aus, wenn man nicht bei Bewusstsein ist, also im Tiefschlaf. Das erklärt vielleicht, warum die Geschichte vom Pinkelexperiment so häufig im Klassenfahrtenalter die Runde macht: Vielleicht ist es tatsächlich mal geglückt, weil das Opfer seine Blasenentleerung noch nicht vollständig unter Kontrolle hatte.
Fehleranfällig im Laufe des Lebens
Natürlich gibt es auch Nervenbahnen und Verschaltungen zwischen Händen und Rückenmark und Rückenmark und Blase, und die kreuzen sich irgendwo auch mal. Ob dabei dann alleine durch Wärme und Wasser an der Hand eine Kettenreaktion in Gang gesetzt werden kann, die sich auf die Blasenentleerung auswirkt, ist völlig ungeklärt. Allerdings kann im Laufe eines Lebens das System der Blasenfunktion natürlich an verschiedenen Stellen gestört werden. Wenn Verletzungen, Erkrankungen oder Infektionen auftreten, kann das zum Beispiel zu einer Verschaltungsschwäche führen, einer Muskelschwäche oder einer Muskeldegeneration mit entsprechenden Folgen.
Die Kleine Anfrage zum Nachhören als Audio:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/26.01.2012-16.05/b/die-kleine-anfrage-muss-ein-schlafender-pinkeln-wenn-man-seine-hand-in-warmes-wasser-taucht.html

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Wurden früher bei Taschenrechnern Warteschleifen einprogrammiert?

Einst teure Exoten, jetzt Massenware
Aus dem Leben eines Schülers oder eines Wissenschaftlers ist der Taschenrechner nicht mehr wegzudenken. Auch Buchhalter und sonstige „Zahlenarbeiter“ sind auf die Arbeit des kleinen Bruders des Computers angewiesen. Heute gibt es Taschenrechner als Give-away und selbst ein brauchbarer Schulrechner kostet kaum mehr als 20 Euro. Das war anders, als Taschenrechner auf den Markt kamen. Die kleinen Wundermaschinen waren – selbst wenn sie kaum mehr als die Grundrechenarten beherrschten – sündhaft teuer.
Technisches Design
Ein Leonardo-Hörer meint gehört zu haben, dass in die ersten Taschenrechner auf dem Markt extra Warteschleifen einprogrammiert worden waren, damit das Ergebnis beispielsweise beim komplizierten Wurzelziehen nicht sofort auf dem Display erscheint. Die Programmierer hätten so möglicherweise auf Bitten der Marketingleute die Glaubwürdigkeit der neuen Geräte erhöhen wollen. Denn der ein oder andere könnte es unerhört finden, wenn die Maschine nicht nur präziser sondern auch deutlich schneller rechnen kann als der Mensch.
Abwegig sind solche Überlegungen nicht. Schließlich lassen Sounddesigner Staubsauger lauter klingen als nötig, weil laut als kraftvoll gilt. Auch sind inzwischen Autos auf dem Markt, in deren Auspuffanlage komplizierte Lautsprechersysteme eingebaut sind, um mit einem Vierzylindermotor satten Achtzylindersound vorzugaukeln. Mit anderen Worten: Ingenieure streben nicht immer nach der besten Lösung, sondern nach jener, welche die größte Begehrlichkeit weckt.
Der Brems-Mythos
Trotzdem möchten wir die künstlichen Warteschleifen ins Reich der Mythen verweisen. Der Taschenrechner, wie wir ihn kennen, wurde erst mit dem Aufkommen der Mikroelektronik möglich. Die ersten Modelle – basierend auf integrierten Schaltkreisen – erschienen Ende der 1960er Jahre. Dabei enthielten die Chips in den Rechnern aber nur rund 6000 Transistoren. Heutige Mikrochips beherbergen mehrere Milliarden Transistoren. Aus der Zahl der Transistoren lässt sich ableiten, dass erste frühe Taschenrechner noch sehr langsam bei komplexen Berechnungen waren. Ein bewusst gebremster Taschenrechner darf somit als moderner Mythos angesehen werden.
Die Kleine Anfrage zum Nachhören und Herunterladen als Audio:
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Sind mitgegessene Würmer zum Beispiel in Äpfeln gefährlich?

Wer gerne Himbeeren pflückt, kennt das Problem: Häufig isst man nicht nur die Frucht, sondern auch ihre Bewohner. Viele Menschen ekeln sich nicht nur davor, sondern fragen sich auch: Ist das schädlich?
Genau genommen sind die kleinen wurmartigen Dinger in Äpfeln oder Himbeeren keine Würmer, sondern Insektenlarven, zum Beispiel von kleinen Motten oder Nachtfaltern.  Was sich im Mund oft eklig-bitter anfühlt, sind angeblich nicht die Insekten selbst, sondern ihre Fäkalien. Denn die bleiben natürlich auch in der Frucht und so schmeckt die bewohnte Himbeere dann nicht mehr gut. Die Made allein soll dagegen sehr gut schmecken – leicht nussig!
Wertvolle Nahrungsquelle
Für fast alle dieser Insektenlarven, also Maden, Raupen oder Engerlinge gilt: Sie sind nicht nur vollkommen unschädlich, sondern auch sehr gesund. Die Welternährungsorganisation FAO empfiehlt diese und ganz allgemein  Insekten sogar als gesündere –und weniger klimaschädliche! – Alternative zu Fleisch. Denn die kleinen Krabbeltiere sind nicht nur eine exzellente Eiweißquelle, sondern liefern besonders hochwertige Fette, wenig Kohlenhydrate und viele Mineralstoffe wie Calcium und Eisen.
Mancherorts schon Massentierhaltung
Ein weiterer Vorteil: Gerade in tropischen Regionen sind Insekten in Fülle vorhanden. Sie brauchen selbst nicht viel Nahrung und sind leicht zu fangen oder einfach zu züchten. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas gibt es bereits große Insektenfarmen für Grillen, Seidenraupen oder Grashüpfer. Manche Sorten gelten gar als Delikatesse und kosten mehr als Fleisch. In Deutschland ist man dagegen noch nicht so recht auf den Geschmack gekommen.
Völlig ungiftig
Hierzulande fürchtet man sich eher vor Vergiftungen. Dabei gibt es nur ganz wenige giftige Insekten, ein Beispiel ist die spanische Fliege. Die ist eigentlich ein  grünlich schimmernder Käfer aus der Familie der Ölkäfer und eher in Südeuropa anzutreffen. Seine Bekanntheit verdankt die spanische Fliege ihrer aphrodisierenden Wirkung, doch schon geringe Mengen des zermahlenen Käferpulvers können neben der gewünschten Wirkung  auch zu einem tödlichen Nierenversagen führen. Die meisten anderen Insekten sind völlig ungefährlich – nicht umsonst wird empfohlen, etwa bei einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel lieber unbekannte Insekten als unbekannte Pflanzen zu essen!
Mehr Informationen (PDF und Audio) unter:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/19.01.2012-16.05/b/die-kleine-anfrage-sind-mitgegessene-wuermer-in-zum-beispiel-in-aepfeln-gefaehrlich.html

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Wann wird Umgangssprache zum anerkannten Dialekt?

Umgangssprache vs Dialekt
Das heutige Hochdeutsch hat sich über Jahrhunderte hinweg aus den in Deutschland gesprochenen Dialekten gebildet. Während früher z.B. ein Weiler aus fünf bis acht Bauernhöfen einen eigenen Dialekt haben konnte, wird Hochdeutsch heutzutage mit den Massenmedien in den letzten Winkel getragen: jeder hört oder liest also, wie Hochdeutsch klingt und gebildet wird. Davon werden wiederum auch die Dialekte beeinflusst, sie werden “abgeschwächt” bzw. “abgeflacht” – es entstehen Umgangssprachen, die in größeren Regionen gesprochen werden als Dialekte. Gegenüber dem Hochdeutschen gelten für die Umgangssprache minderstrenge Regeln hinsichtlich Aussprache und Wortschatz.
Die lebendige Sprache
Zwar stehen die Regeln der deutschen Sprache und ihre Rechtschreibung im DUDEN, doch ist das Deutsche nicht in Stein gemeißelt – und der DUDEN muss immer wieder reagieren: denn Sprache ist nicht fertig. Sprache ist lebendig und wird durch ihre tägliche Anwendung ständig weiterentwickelt. Neue Wortschöpfungen und Redewendungen kommen hinzu, und wenn sie sich in immer größeren Bevölkerungsgruppen in Deutschland durchsetzen, wird eine Neuerfindung auch mal zur Regel.
Motor Jugendsprache
Zwar gibt es “die eine” Jugendsprache nicht, weil die Jugendkulturen heutzutage zu stark aufgefächert sind, aber die Sprachweise der Jugend und deren Wortschöpfungen oder die Umdeutungen haben schon immer Einfluss auf das Hochdeutsch der “Erwachsenen” gehabt: “Krass!” “Geil” sind etwas jüngere Beispiele dafür als etwa “dufte” oder “stark”. Auch Comics und deren stark vereinfachte und vor allem lautmalerische (Fachbegriff: onomatopoetische) Sprache hatten Einfluss auf die Umgangssprache von Jugendlichen.  “Ich so: zack! Der so: wegduck”.
Kanak-Sprak
Bereits Mitte der 1990er beschrieb der Schriftsteller Feridun Zaimoglu das, was Jugendliche mit Migrationshintergrund in Frankfurt, Hamburg oder Berlin sprechen, als eigenständige Umgangssprache und taufte es “Kanak-Sprak” – Berliner Jugendliche waren stolz auf diese Zuschreibung. TV-Comedians adaptierten diese Sprache schnell für sich (“Was guckst Du?”), überzeichneten diese und schufen vermeintlich typische Charaktere, doch mit der Sprachrealität im Berliner Kiez hat deren Sprechweise nicht mehr allzu viel gemein.
Von der Umgangssprache zum Dialekt?
Hip Hop beeinflusst den sprachwissenschaftlich “Ethnolekt” genannten Slang der Jugendlichen, die  kreativ  Deutsch mit Türkisch und anderen Immigrantensprachen kombinieren. Doch bis daraus ein in breiten Bevölkerungsschichten gesprochener Dialekt wird, wird noch einige Zeit vergehen. Das kann eintreten, muss aber nicht.

Links:
Sprechender Sprachatlas Bayern
http://sprachatlas.bayerische-landesbibliothek-online.de/
Zur Geschichte der deutschen Dialekte
http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/lernen/dialekte/index.jsp
Untersuchung zur “grammatischen Produktivität in Kiez-Sprache”
http://www.uni-potsdam.de/u/germanistik/fachgebiete/geg-spr/uploads/Wiese2006_Messer.pdf
Mehr Informationen (PDF und Audio) unter:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/19.01.2012-16.05/b/die-kleine-anfrage-wann-wird-umgangssprache-zum-anerkannten-dialekt.html
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Wie kann man Zwiebeltränen vermeiden?

Zwiebeldämpfe: Eine chemische Reaktion
Wer kocht, der weiß, Zwiebeln schneiden bringt uns zum Weinen. Ein Schnitt und aus den Zellen der Knolle entweichen Stoffe. Diese steigen auf und lassen unsere Augen tränen: Jede Zelle der Zwiebel hat eine äußere und eine innere Zellschicht in der jeweils zwei unterschiedliche Stoffe enthalten sind. Wird die Zwiebel aufgeschnitten, kommen die beiden Stoffe zusammen, die sonst durch die Zellschicht getrennt sind. Bei diesem chemischen Vorgang entsteht ein Reizgas, das uns zu Tränen rührt und die Nase laufen lässt.

Tipp 1: Wasser
In der Natur schützt dieser raffinierte Mechanismus die Zwiebel vor Fressfeinden. Aber in der Küche gibt es nur eine kurze Schonfrist. Es gibt viele Tipps und Tricks gegen Zwiebeltränen. Oft liest man, dass ein Schluck Wasser im Mund hilft. Durch das Wasser kommen die Zwiebeldämpfe schlechter in den Mund, um die Schleimhäute zu reizen. Außerdem bindet das Wasser auch kurzfristig einen Teil des reizenden Zwiebelgases, das dann nicht mehr zu den Augen vordringen kann. Deshalb sollten beim Schneiden auch Messer und Brett angefeuchtet werden.

Tipp 2: Kälte
Ein guter Rat ist weiter die Zwiebel vor dem Schneiden mit kaltem Wasser abzuspülen oder ein paar Minuten in den Kühlschrank zu legen. Dann ziehen sich die Zwiebelporen zusammen und es entweichen weniger lästige Dämpfe.

Tipp 3: Sitzen
Wichtig ist auch, den Kopf nicht direkt über der Zwiebel zu halten. Denn die Dämpfe steigen senkrecht nach oben. Am Besten lassen sich Zwiebeln also im Sitzen schneiden. Wer absolut keine Träne verdrücken will, muss dann aber doch auf die Taucherbrille mit Nasenschutz zurückgreifen.

Mehr Informationen (PDF und Audio) unter:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/12.01.2012-16.05/b/die-kleine-anfrage-wie-kann-man-zwiebeltraenen-vermeiden.html

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Wer bestäubt im Winter die Schneeglöckchen?

Oft liegt noch eine geschlossene Schneedecke, wenn im Februar oder März die ersten Schneeglöckchen ihre schmalen Blätter aus der gefrorenen Erde schieben. Eine kleine Menge Sonnenstrahlung genügt, um ihr Wachstum anzuregen. Regelmäßig ist Galanthus Nivalis  – die „schneefarbene Milchblüte“ – deshalb der erste Frühlingsbote und Nektarlieferant.

Überleben im Frost
In den eisigen Nächten schließen sich die drei weißen Blütenblätter schützend um die drei spitzkegeligen Staubblätter, aber wenn tagsüber die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, öffnet sich die Blüte weit, um mit einem zarten Duft früh fliegende Insekten anzulocken.

Wer fliegt so früh?
Vor allem Hummeln sind in de Lage bei niedrigen Temperaturen zu fliegen. Die Königinnen, die in Erdlöchern überwintert haben, können mit ihrem dunklen Hinterleib Sonnenwärme speichern; dazu sind sie in der Lage, ihren Flugapparat durch schnelle Muskelkontraktionen aufzuwärmen. Hummeln suchen auch bei Temperaturen unter zehn Grad nach Nektar für sich selbst und nach Pollen für ihre Brut. Beides liefert das Schneeglöckchen. Neben Hummeln sind im zeitigen Frühjahr auch Schwebfliegen oder vereinzelte Schmetterlinge unterwegs.

Alternative Vermehrung
Nach der Bestäubung reifen zirka 40 Samen, die kleine energiereiche „Päckchen“ tragen. Ameisen verschleppen die Samen deshalb gern an andere Orte. Wird das Schneeglöckchen von keinem Insekt bestäubt, befruchtet es sich selbst. Kleine Erschütterungen genügen, um Pollen auf die Narbe rieseln zu lassen. Die Zahl der Samen ist dann aber kleiner.
Neben der Selbstbestäubung bildet das Schneeglöckchen noch Tochterzwiebeln, die als Klon das identische Erbgut ins nächste Jahr retten.

Das Schneeglöckchen als Heilpflanze
Im Kaukasus essen alte Menschen traditionell die Zwiebeln gegen
Alterserscheinungen und Vergesslichkeit. Tatsächlich enthält das Schneeglöckchen den Wirkstoff „Galantin“, der mittlerweile synthetisch hergestellt und in Medikamenten gegen die Alzheimer-Krankheit eingesetzt wird.

Linktipps:
Das Innenleben der Schneeglöckchen
http://www.kgv-esparsette.at/index.php/gartenhandbuch/fruehlingsblumen/17-kleines-schneeglhen-galanthus-nivalis-l

Thermoregulation bei wechselwarmen Insekten – Der Wärmehaushalt einer Hummel
http://aktion-hummelschutz.de/biologie-hummeln/thermoregulation-bei-wechselwarmen-insekten/

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