Hugo Ball: Das Gespenst

Hugo Ball

Sieben schizophrene Sonette

5. Das Gespenst

Gewöhnlich kommt es, wenn die Lichter brennen.
Es poltert mit den Tellern und den Tassen.
Auf roten Schuhen schlurrt es in den nassen
Geschwenkten Nächten und man hört sein Flennen.

Von Zeit zu Zeit scheint es umherzurennen
Mit Trumpf, Atout und ausgespielten Assen.
Auf Seil und Räder scheint es aufzupassen
Und ist an seinem Lärmen zu erkennen.

Es ist beschäftigt in der Gängelschwemme
Und hochweis weht dann seine erzene Haube,
Auf seinen Fingern zittern Hahnenkämme,

Mit schrillen Glocken kugelt es im Staube.
Dann reißen plötzlich alle wehen Dämme
Und aus der Kuckucksuhr tritt eine Taube.

Hugo Ball: Der Schizophrene

Hugo Ball

Sieben schizophrene Sonette

4. Der Schizophrene

Ein Opfer der Zerstückung, ganz besessen
Bin ich – wie nennt ihr’s doch? – ein Schizophrene.
Ihr wollt, daß ich verschwinde von der Szene,
Um euren eigenen Anblick zu vergessen.

Ich aber werde eure Worte pressen
In des Sonettes dunkle Kantilene.
Es haben meine ätzenden Arsene
Das Blut euch bis zum Herzen schon durchmessen.

Des Tages Licht und der Gewohnheit Dauer
Behüten euch mit einer sichern Mauer
Vor meinem Aberwitz und grellem Wahne.

Doch plötzlich überfällt auch euch die Trauer.
Es rüttelt euch ein unterirdischer Schauer
Und ihr zergeht im Schwunge meiner Fahne.

Giuseppina Amodei: LUOGOMONDO – WELTORT – Zukunftsidee in Gedichtform

Giuseppina Amodei

LUOGOMONDO – WELTORT

Zukunftsidee in Gedichtform

 

Wenn die Erde von allen ist
sei sie von allen

JETZT
nur jetzt

da jede Weltgegend im Blickfeld
jedes Menschen ist

JETZT
nur jetzt
da die Entfernung der Weltangelegenheiten
so kurz ist
und der Lauf der Ereignisse
die Zeit so sehr beschleunigt

JETZT
nur jetzt
da kein Winkel der Erde noch Geheimnisse hat

UND DESHALB
ist es nicht mehr möglich
gleichgültig zu bleiben

JETZT
und noch einmal

DER POESIESCHAFFENDE
ist aufgerufen seinen Teil zu leisten

DENN

er besitzt den RiesenÜberblick
fähig von oben in jede Scholle zu schauen

er besitzt die rasierklingenscharfe Sprache
um jeden Stacheldraht zu zerschneiden

er besitzt enorme Arme
fähig jeden Menschen
der zur Welt gehört und nicht nur zum Dorf
zu umarmen

er besitzt enorme Kelch-Hände
die jeden Samen und jede Brut kneten

er besitzt fähige Finger
um bunte Fäden aus Haut und Gedanken
ineinander zu verflechten
die auf langen realen und telematischen Wegen verlaufen

er besitzt unendlich viele Herzen
die im Gleichklang
gegen das Herz aller klopfen

er besitzt den Atem
(göttlich?)
der Gerechtigkeit nährt und das Feuer
der Gleichgültigkeit löscht

DIE JUGEND

die den Fortschritt nicht fürchtet
hat weder Angst bis zur Gefahr
der imaginären globalen Agora vorzudringen
noch auf realen Plätzen zu schreien oder das Bewusstsein
der sogenannten Mächtigen aufzurütteln
(das kann und soll)
die künftige Aufgabe sein für den

WIEDERAUFBAU
DENN

Der Erde
mangelt es weder
an Ort noch an
Traumidealisierung einer unmöglichen Gesellschaft
oder Illusionen

ABER
verwandle

DENKEN UND WIRKLICHKEIT

bewusst

JETZT
und nur jetzt
ist es möglich sich zu engagieren
um eine Welt zu erschaffen
in der
der Frieden Herrscher wird
die Erde verwandelt sich in

WELTORT

EIN RAUM FÜR ALLE
wo der Einzelne und die Gesellschaft
in der gemeinsamen Umarmung
die Wälle niederreißen

JETZT
und nur jetzt
ist die Zeit jenes Richtige

DIE ZEIT
des Menschen der das Blendwerk seiner selbst ablegt
wird nach einer Zeit
Vater Sohn Mutter Bruder Freund

Freier Surfer
auf dem Gebiet der Richtigen Dimension

Ins Deutsche übersetzt von Juana und Tobias Burghardt

noch’n Gedicht

Schicksal

Der Wolke Zickzackzunge spricht:
ich bringe dir, mein Hammel, Licht.

Der Hammel, der im Stalle stand,
ward links und hinten schwarz gebrannt.

Sein Leben grübelt er seitdem:
warum ihm dies geschah von wem.

Christian Morgenstern

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn)

Noch ein Gedicht!

„Auch ist das vielleicht nicht eigentlich Liebe,
wenn ich sage,
daß Du mir das Liebste bist;

Liebe ist,
daß Du mir das Messer bist,
mit dem ich in mir wühle.“

Franz Kafka

Franz Kafka (1883-1924)

Fortsetzungsgeschichte <settle down>

Heute am 11. Februar 2012 wurde mir um 12:22 Uhr beim WDR 2 Hören klar, dass der von Cat Stevens 1970 veröffentliche Song “Father & Son” eine Fortsetzung in Adeles “Someone Like You” gefunden hat.

 

WARUM?

 

Die in der vierten Strophe von Cat Stevens “Father & Son” gemachte Aufforderung des Vaters: “Find a girl, settle down”, findet ihre Fortsetzung in Adeles “Someone like you” in der ersten Zeile “I heard that you’re settled down, That you found a girl and you’re married now”.

Vollständiger Text Cat Stevens: “Father & Son”

 

Father
It’s not time to make a change,
Just relax, take it easy.
You’re still young, that’s your fault,
There’s so much you have to know.
Find a girl, settle down,
If you want you can marry.
Look at me, I am old, but I’m happy.

I was once like you are now, and I know that it’s not easy,
To be calm when you’ve found something going on.
But take your time, think a lot,
Why, think of everything you’ve got.
For you will still be here tomorrow, but your dreams may not.

Son
How can I try to explain, when I do he turns away again.
It’s always been the same, same old story.
From the moment I could talk I was ordered to listen.
Now there’s a way and I know that I have to go away.
I know I have to go.

Father
It’s not time to make a change,
Just sit down, take it slowly.
You’re still young, that’s your fault,
There’s so much you have to go through.
Find a girl, settle down,
If you want you can marry.
Look at me, I am old, but I’m happy.
Son – away away away, I know I have to
Make this decision alone – no son
All the times that I cried, keeping all the things I knew inside,
It’s hard, but it’s harder to ignore it.
If they were right, I’d agree, but it’s them you know not me.
Now there’s a way and I know that I have to go away.
I know I have to go.
Father – stay stay stay, why must you go and
Make this decision alone?

Writer : STEVENS, CAT
Copyright : Lyrics © Sony/ATV Music Publishing LLC

I heard, that you’re settled down
That you found a girl and you’re, married now

I heard, that you’re dreams came true
I guess she gave you things
I didn’t give to you

Old friend, why are you so shy
Ain’t like you to hold back
Or hide from the light

I hate to turn up out of the blue uninvited but I
Couldn’t stay away I couldn’t fight it
I had hoped you’d see my face
And that you be reminded that for me it isn’t over

Never mind I’ll find someone like you
I wish nothing but the best
For you too, don’t forget me
I beg, I’ll remember you said
Sometimes it lasts in love
But sometimes it hurts instead
Sometimes it lasts in love
But sometimes it hurts instead yeah

You know how the time flies
Only yesterday it was the time of our lives
We were born and raised
In a summer haze bound by the surprise
Of our glory days

I hate to turn up out of the blue uninvited but I
Couldn’t stay away I couldn’t fight it
I hoped you’d see my face
And that you’d be reminded that for me it isn’t over

Never mind I’ll find someone like you
I wish nothing but the best for you too
Don’t forget me I beg, I’ll remember you said
Sometimes it lasts in love but sometimes it hurts instead

Nothing compares no worries or cares
Regrets and mistakes their memories made
Who would have known how bittersweet
This would taste

Never mind I’ll find someone like you
I wish nothing but the best for you
Don’t forget me I beg, I’ll remember you said
Sometimes it lasts in love but sometimes it hurts instead

Never mind I’ll find someone like you
I wish nothing but the best for you too
Don’t forget me I beg, I’ll remember you said
Sometimes it lasts in love but sometimes it hurts instead

Sometimes it lasts in love but sometimes it hurts instead

Writer : DANIEL DODD WILSON, ADELE LAURIE BLUE ADKINS
Copyright : Lyrics © Universal Music Publishing Group, CHRYSALIS MUSIC , CHRYSALIS MUSIC OBO SUGAR LAKE MUSIC

 

Yusuf Islam (Cat Stevens)

© William McElligott [CC-BY-2.0], durch Wikimedia Commons

Cat Stevens (* 21. Juli 1948 in London als Steven Demetre Georgiou) ist ein britischzypriotischer Sänger und Songwriter. Seit seiner Konversion zum Islam Ende 1977 heißt er Yusuf Islam, als Künstler nennt er sich Yusuf.

Der Sänger und Musiker beherrscht sowohl die Gitarre als auch Schlagzeug und Klavier. Sein Musikstil während seiner Schaffensphase als Cat Stevens und nach seinem Comeback als Yusuf kann am ehesten dem Folk- oder Softrock zugerechnet werden. Zu seinen bekanntesten Liedern zählen Matthew & Son (1966), Lady D’Arbanville(1970), Wild World (1971), Moonshadow (1971), Father and Son (1971) und Morning Has Broken (1971).

Bibliografische Angaben für „Cat Stevens

 

Adele

© en:User:Mpawsey [CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0 oder GFDL], durch Wikimedia Commons

Adele Laurie Blue Adkins [əˈdɛl] (* 5. Mai 1988 in London) ist eine britische Pop-, Soul-, Jazz– und R&B-Sängerin und Songwriterin.[1][2]

Bibliografische Angaben für „Adele (Sängerin)

Peter Hacks – Kaffee-Einladung

Auf dem Tisch die neue Decke
und das Porzellanservice
und die süßesten Gebäcke,
was gäbs Schöneres als dies?
Silbern klappern die Tabletts,
hin und her geht das Geschwätz:
Bitte sehr,
danke schön,
bitte sehr,
danke schön.

Aufgetan ist für die Kleinchen
köstlich und verschwenderisch.
Und die rotbehosten Beinchen
schaukeln unterm Kaffeetisch.
Höflich wie Erwachsene
reicht man sich die Schlagsahne:
Bitte sehr,
danke schön,
bitte sehr, danke schön.

aus:

Gerd Haffmans:
DIE FEIERNDEN DEUTSCHEN:
789 brauchbare Gedichte – durch den Tag, durch das Jahr und durch das Leben

Ein ungehobener Schatz an Gedichten vom Barock bis in die unmittelbare Gegenwart.

(Nov 2011) – 855 Seiten

ISBN 3942990059 – ISBN-13 9783942990059

Bundesarchiv Bild 183-R1202-328, Peter Hacks

© Bundesarchiv, Bild 183-R1202-328 / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de], durch Wikimedia Commons

Peter Hacks (* 21. März 1928 in Breslau; † 28. August 2003 bei Groß Machnow) war ein deutscher Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Essayist. Er begründete in den sechziger Jahren die „sozialistische Klassik“ und gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker der DDR. Lange Zeit war er der einzige Gegenwartsdichter, der sowohl auf den Bühnen der DDR als auch auf denen der Bundesrepublik Deutschland stark präsent war. Der Erfolg seines Stückes Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe ist auf den deutschen Bühnen des 20. Jahrhunderts beispiellos.

Charles Bukowski – Den Sinn des Ganzen mit der Lupe suchend

Ja, sicher, Huxley tourte per Auto
durch ganz Südeuropa und schrieb ein
fabelhaftes Buch darüber, und Lawrence
malte dieses tolle Bild von einem
pissenden Mann, und Huxley schluckte
Peyote und Frieda gab Lawrence ein
richtiges Zuhause, und Huxley faßte sich
an den Kopf und sagte „Es ist hier oben“
und Lawrence griff sich an den Bauch
und sagte „Nein, da unten.“
Huxley erblindete, wie man weiß, und
Lawrence hatte einen sechsten Sinn
wenn es um Tiere ging und manchmal
denke ich an ihn, manchmal an Huxley
und manchmal auch an Charo mit ihrer
Löwenmähne, so chi-chi sexy, aber
Manchmal denke ich an zwei junge Mexikaner
die im Olympic Auditorium aufeinander
eindreschen. Ja, sicher, unsere Welt
ist voll von Träumen, und manchmal
wenn ich nachts nicht schlafen kann
und mein Kopf an nichts mehr
denken will, starre ich nur
noch an die dunkle Decke.

 

Charles Bukowski
439 Gedichte

Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 386150457X
ISBN-13 9783861504573
Gebunden, 500 Seiten, 25,00 EUR

Perlentaucher Schule

Montag, 23.Januar 2012

Der 23. Januar (in Österreich und Südtirol: 23. Jänner) ist der 23. Tag des Gregorianischen Kalenders, somit verbleiben 342 Tage (in Schaltjahren 343 Tage) bis zum Jahresende.

Christiane-von-Goethe-Vulpius

© Johann Wolfgang von Goethe [Public domain], durch Wikimedia Commons

Christel

Habe oft einen dampfen, düstern Sinn,
Ein gar so schweres Blut!
Wenn ich bei meiner Christel bin,
Ist alles wieder gut.
Ich seh sie dort, ich seh sie hier
Und weiss nicht auf der Welt,
Und wie und wo und wann sie mir,
Warum sie mir gefällt.

Das schwarze Schelmenaug dadrein,
Die schwarze Braue drauf,
Seh ich ein einzig Mal hinein,
Die Seele geht mir auf.
Ist eine, die so lieben Mund,
Liebrunde Wänglein hat?
Ach, und es ist noch etwas rund,
Da sieht kein Aug sich satt!

Und wenn ich sie denn fassen darf
Im luft’gen deutschen Tanz,
Das geht herum, das geht so scharf,
Da fühl ich mich so ganz!
Und wenn’s ihr taumlig wird und warm,
Da wieg ich sie sogleich
An meiner Brust, in meinem Arm;
’s ist mir ein Königreich!

Und wenn sie liebend nach mir blickt
Und alles rund vergisst,
Und dann an meine Brust gedrückt
Und weidlich eins geküsst,
Das läuft mir durch das Rückenmark
Bis in die grosse Zeh!
Ich bin so schwach, ich bin so stark,
Mir ist so wohl, so weh!

Da möcht ich mehr und immer mehr,
Der Tag wird mir nicht lang;
Wenn ich die Nacht auch bei ihr wär,
Davor wär mir nicht bang.
Ich denk, ich halte sie einmal
Und büsse meine Lust;
Und endigt sich nicht meine Qual,
Sterb ich an ihrer Brust!
Goethe Signature

© Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) [Public domain], durch Wikimedia Commons
– Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter –
Gedichte, Ausgabe letzter Hand 1827.

Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), geadelt 1782, war ein deutscher Dichter. Er forschte und publizierte außerdem auf verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. Ab 1776 bekleidete er am Hof von Weimar unterschiedliche politische und administrative Ämter.

Goethes literarische Produktion umfasst GedichteDramenerzählende Werke (in Vers und Prosa), autobiografische, ästhetische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Auch sein umfangreicher Briefwechsel ist von großer literarischer Bedeutung. Goethe war ein Vorreiter und der wichtigste Vertreter desSturm und Drang. Sein Roman Die Leiden des jungen Werthers machte ihn 1774 in ganz Europa berühmt. Später wandte er sich inhaltlich und formal den Idealen derAntike zu und wurde ab den 1790er Jahren, gemeinsam mit Friedrich Schiller und im Austausch mit diesem, zum wichtigsten Vertreter der Weimarer Klassik. Im Alter galt Goethe auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschland.

Während die Wertschätzung Goethes nach seinem Tode zunächst abnahm, wurde er im Deutschen Kaiserreich ab 1871 „zum Kronzeugen der nationalen Identität der Deutschen“[2] und als solcher für den deutschen Nationalismus vereinnahmt. Es setzte nun eine Verehrung nicht nur des Werks, sondern auch der Persönlichkeit des Dichters ein, dessen Lebensführung als vorbildlich empfunden wurde. Bis heute gilt Goethe als bedeutendster deutscher Dichter, sein Werk wird zu den Höhepunkten derWeltliteratur gezählt.

Christel

Ein Song aus dem Repertoire der Band KRANZER
Musik und Komposition: Raphael Grosch
Gesang: Raphael Grosch
Text: Johann Wolfgang von Goethe

Heinrich Heine – Teetisch

Teetisch - © Cezar (Kaiser)

Teetisch – © Cezar (Kaiser)

Sie saßen und tranken am Teetisch,
Und sprachen von der Liebe viel.
Die Herren, die waren ästhetisch,
Die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß sein platonisch,
Der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch,
Und dennoch seufzte sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:
Die Liebe sei nicht zu roh,
Sie schadet sonst der Gesundheit.
Das Fräulein lispelt: Wie so?

Die Gräfin spricht wehmütig:
Die Liebe ist eine Passion!
Und präsentieret gütig
Die Tasse dem Herren Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;
Mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
Von deiner Liebe erzählt.

Christian Johann Heinrich Heine (* 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg; † 17. Februar 1856 in Paris) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts.

Heine gilt als „letzter Dichter der Romantik“ und zugleich als deren Überwinder. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine zuvor nicht gekannte elegante Leichtigkeit. Die Werke kaum eines anderen Dichters deutscher Sprache wurden bis heute so häufig übersetzt und vertont. Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war Heine ebenso bewundert wie gefürchtet. Wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Einstellung wurde er immer wieder angefeindet und ausgegrenzt. Diese Außenseiterrolle prägte sein Leben, sein Werk und dessen wechselvolle Rezeptionsgeschichte.