Palliativstation Tag 5

Nach zwei Tagen ohne Verdauung, habe ich zur Abwechslung heute mal Durchfall. 

Ansonsten alles wie immer, um 3.13 wird der Blutzucker gemessen, um 5.45 die Sonne in’s Zimmer gelassen. Fehlt nur noch „Kompanie… aufstehen!“ Das „Guten Morgen“ ist auf jeden Fall laut genug. 

Warten auf Frühstück. 

Vorher Massage, Visite, Dosis Erhöhung Pregabalin, Ketanest weitere 50 Stunden, Procain läuft

Übungen mit dem grünen Terraband

Reiner Ottersbach
Pastoralreferent in der Krankenhausseelsorge

kommt jetzt scheinbar jeden Tag, um mit mir über Gott und die Welt zu reden. 

Neues Schmerzpflaster Transtec Pro 70 Mikrogramm/h (PZN: 2515903) 

Neuer Zimmernachbar: Quatschtüte, Ehefrau, Sohn, Ehefrau haben offensichtlich nichts zu tun. Labern und Labern, sind laut. Ende nicht absehbar. 

Palliativstation Tag 4

Rums, Tür auf, Licht an. Laber – Laber. 

In der letzten Nacht war eine Nachtschwester aus einer anderen Zeit hier. Wenn die beiden Nächte vorher nicht friedlicher verlaufen wären, würde ich mich vielleicht nicht einmal wundern. 

Den Abschluss der Nacht bildete ein Gewitter mit Regen. Normalerweise sehr willkommen, aber irgendjemand hatte in der Nacht die Terrassentür abgeschlossen. 

Der Praktikant wusste nichts und hat auch keinen Schlüssel. Bin gespannt, was das wohl soll. 

Nach dem Gewitter wird es bei geschlossener Tür immer stickiger im Raum, Schmerzen sind zum ersten Mal wieder stärker. Läßt das Schmerzpflaster schon nach? Es dauert angeblich 12 Stunden bis die Wirkung eintritt. Wirkt es ab dann 72 Stunden oder incl. der 12 Stunden. Wann bekomme ich das nächste Pflaster? Ich schätze mal heute Nachmittag. 

Gegen die Schmerzen bekomme ich Arcoxia. Genau das wollte ich nicht mehr nehmen. 

Fragen für die Visite:

Ergebnis Röntgen; Warum bekomme ich bei zunehmendem Schmerz Arcoxia

Die Terrassentür war zu, weil sich dubiose Gestalten nachts auf dem Krankenhausgelände aufhalten. Also als Schutz für Patienten und Personal. 

8.30 Frühstück / Visite Ergebnis Röntgen vom Montag ist unbekannt, Arcoxia wird bei Schmerzen doch gegeben. 

Kann man im Krankenhaus gesund werden. Physisch ja. Aber die Nerven leiden. Von Ruhe und Erholung keine Spur, obwohl dieser Gebäudeteil weit ab vom Haupthaus liegt. Ich freue mich auf die neue Wohnung 

Ab 14.30 Allein im Zimmer. Wunderbar diese Stille. Klopf klopf – Das Bett wird neu bezogen, also das Nachbarbett und geputzt. Die Reinigungsdame bekommt währenddessen einen neuen Auftrag per Smartphone, Klingel mit voller Lautstärke 🔉 Danke dafür. Was ist aus der guten alten Betten Zentrale geworden. 

Jetzt habe ich endlich erfahren welcher Wirkstoff in meinem Schmerzpflaster ist: Buprenorhin, Wirkdauer 4 Tage, 75 Mikrogramm / Stunde

Gute Nacht 🌃 

Nachtrag: Der Perfuser schlug gerade Alarm, da die Nadel herausgerutscht ist. Tanja von der Intensivstation hat einen neuen Zugang gelegt, schnell und sorgfältig, professionell. Ach ja, und freundlich auch noch. 

Nasi Goreng

Nasi Goreng

Palliativstation Tag 3

Schmerzstufe 3 (auf der Scala von 1 bis 10). Schon seit dem Aufwachen im 5.30. 

Bleibt das so? Wird das noch besser? 

Die Laune ist noch verbesserungsfähig und die Menschen könnten weniger nervig sein. 

Selbst auf der Terrasse ist es heute zu heiß. Im Zimmer ist die Temperatur noch erträglich – 28,3°.

Eine weitere Verbesserung: Der Zimmergenosse wurde gerade zu einer Untersuchung gefahren. Von mir aus kann er länger weg bleiben. 

Bei den wenigen Krankenhausaufenthalten erlebe ich es immer wieder: Patienten beklagen sich, daß sie nachts nicht schlafen können. Tagsüber haben sie damit kein Problem, nutzen jede Gelegenheit zum Schlafen und schlafen so fest, daß sie auch von lauten Geräuschen nicht wach werden. 

Krankenhäuser sind scheinbar der richtige Ort alle möglichen Vollpfosten kennen zu lernen. Patienten und Personal, z. B. Praktikanten, stecken voller Vorurteile. Vorurteile hat wohl jeder, aber nicht alle Menschen präsentieren ihre Vorurteile voller Stolz auf dem Präsentierteller. 

In meinem Vorurteil „Frauen sind die besseren Menschen“ werde ich stündlich bestätigt. Trotzdem bleibt es ein Vorurteil. 

Meine Verwirrung nimmt zunächst zu. Nach der heutigen Visite fiel mir ein, dass ich nach einem neuen Schmerzpflaster fragen wollte. Montag Nachmittag habe ich das Pflaster zum ersten Mal bekommen, Wirkdauer 72 Stunden, Wirkungsbeginn nach 12 Stunden. Fand ich logisch heute morgen ein neues Pflaster zu bekommen. Heute ist Mittwoch. Finde den Fehler! 

Eine Stunde war ich allein mit gefühlten hundert Störungen. Der Zimmergenosse schläft tief und fest, sogar während der Praktikant  lautstark schwadroniert. 

Die einzige Möglichkeit endlich mal Ruhe zu haben: 🎧 + wegdrehen. 

Kein Kaffee ☕, kein Wasser und der Physiotherapeut sitzt mit seinem Smartphone spielend im Aufenthaltsraum 

Mir geht es immer noch gut, wie schon lange nicht mehr. Das kann gerne so bleiben. Störend ist jetzt nur noch die extreme Geräuschempfindlichkeit und der Wunsch allein zu sein. 

Die Spritze im Perfuser ist leer und das Gerät schlägt Alarm. Ich klingel, eine Hilfskraft kommt und will eine Fachkraft benachrichtigen. Die Fachkraft macht die Feststellung die Spritze wäre leer und geht wieder. Der Alarm geht weiter. Fünf Minuten später bringt die Fachkraft eine neue, gefüllte Spritze. 

Palliativstation Tag 2 Nachmittag

13.30 Rückenmassage oberer Teil, auf dem Stuhl sitzend. Es wird zunehmend wärmer, sogar auf der Nordseite des Gebäudes

14.30 Wassereis, köstlich

Zimmernachbar nervt total: brabbelt unverständliches Zeug, will von mir zur Toilette begleitet werden, obwohl er weder aufstehen darf oder kann, findet meistens die Klingel nicht, möchte von mir bedient werden. Ansonsten schläft er die restliche Zeit und ist nachts wach. 

16.00 Episode Perfuser 

17.30 Abendessen, Besuch von Hella. Danach bin ich müde

Ende für heute

Palliativstation Tag 2 Vormittag 

3.30 wach, Schmerzen, Novalgin Tropfen

7.00 Schmerzen, Novalgin Infusion 

7.30 Duschen

8.00 Weiterhin Schmerzen

8.30 Frühstück 

9.00 Visite

9.30 weiter geht’s mit Procain und Ketanest

11.00 Schmerzen lassen nach

Palliativstation Tag 1 Abend

17:30 Uhr: Abendessen; Besuch Helga

18:00: To the Bone

19:30: The Walking Dead: zum vierten Mal ab 1/1

Palliativstation Tag 1 Nachmittag

12:15 Uhr: Mittagessen: Putenfleischkäse, Kartoffelpüree, Kohlrabi, Apfeljoghurt

14:00 Uhr Schmerzpflaster Hydromorphon; Röntgen Wirbelsäule, Hüfte rechts

15:30 Schmerztropf und Perfuser