Wu Zetian: Dringender Bescheid an den Frühling

武则天 Wu Zetian (624 – 705)

腊日宣诏幸上苑

Dringender Bescheid an den Frühling

明朝游上苑, Ich werde morgen im Garten lustwandeln
火急报春知。 An den Frühling geht dringend folgender Bescheid
花须连夜发, Über Nacht soll er alles erblühen lassen
莫待晓风吹。 Nicht warten bis der Wind weht zur Morgenzeit

 

Samstag, 11. Juni

Der 11. Juni ist der 162. Tag des gregorianischen Kalenders (der 163. in Schaltjahren), somit verbleiben noch 203 Tage bis zum Jahresende.

Barnabas-Tag

Tag des Maiskolbens – der US-amerikanische National Corn on the Cob Day

Tag des Deutschen Schokoladenkuchen – National German Chocolate Cake Day in den USA

Namenstag Barnabas

Kurt Tucholsky: Park Monceau

Kurt Tucholsky

Park Monceau

Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen.
Hier bin ich Mensch – und nicht nur Zivilist.
Hier darf ich links gehn. Unter grünen Bäumen
sagt keine Tafel, was verboten ist.

Ein dicker Kullerball liegt auf dem Rasen.
Ein Vogel zupft an einem hellen Blatt.
Ein kleiner Junge gräbt sich in der Nasen
und freut sich, wenn er was gefunden hat.

Es prüfen vier Amerikanerinnen,
ob Cook auch recht hat und hier Bäume stehn.
Paris von außen und Paris von innen:
sie sehen nichts und müssen alles sehn.

Die Kinder lärmen auf den bunten Steinen.
Die Sonne scheint und glitzert auf ein Haus.
Ich sitze still und lasse mich bescheinen
und ruh von meinem Vaterlande aus.

Freitag, 10. Juni 2016

Der 10. Juni ist der 161. Tag des gregorianischen Kalenders (der 162. in Schaltjahren), somit verbleiben noch 204 Tage bis zum Jahresende.

Nationalfeiertag Portugal Portugal – Todestag des Nationaldichters Camões

Kindersicherheitstag

Tag des Kugelschreibers – der amerikanische National Ballpoint Pen Day

Tag des Eistee – National Iced Tea Day

Namenstage Diana, Heinrich

Heinrich von Kleist: An die Königin

Heinrich von Kleist: An die Königin 

Du, die das Unglück mit der Grazie Schritten,
Auf jungen Schultern, herrlich jüngsthin trug:
Wie wunderbar ist meine Brust verwirrt,
In diesem Augenblick, da ich auf Knieen,
Um dich zu segnen, vor dir niedersinke.
Ich soll dir ungetrübte Tag‘ erflehn:
Dir, die der hohen Himmelssonne gleich,
In voller Pracht nur strahlt und Herrlichkeit,
Wenn sie durch finstre Wetterwolken bricht.
O du, die aus dem Kampf empörter Zeit,
Die einzge Siegerin, hervorgegangen:
Was für ein Wort, dein würdig, sag ich dir?
So zieht ein Cherub, mit gespreizten Flügeln,
Zur Nachtzeit durch die Luft, und, auf den Rücken
Geworfen, staunen ihn, von Glanz geblendet,
Der Welt betroffene Geschlechter an.
Wir alle mögen, Hoh‘ und Niedere,
Von den Ruinen unsers Glücks umgeben,
Gebeugt von Schmerz, die Himmlischen verklagen,
Doch du Erhabene, du darfst es nicht!
Denn eine Glorie, in jenen Nächten,
Umglänzte deine Stirn, von der die Welt
Am lichten Tag der Freude nichts geahnt:
Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen,
Daß du so groß als schön warst, war uns fremd!
Viel Blumen blühen in dem Schoß der Deinen
Noch deinem Gurt zum Strauß, und du bists wert,
Doch eine schönre Palm erringst du nicht!
Und würde dir, durch einen Schluß der Zeiten,
Die Krone auch der Welt: die goldenste,
Die dich zur Königin der Erde macht,
Hat still die Tugend schon dir aufgedrückt.
Sei Teure, lange noch des Landes Stolz,
Durch frohe Jahre, wie, durch frohe Jahre,
Du seine Lust und sein Entzücken warst!

Hugo Ball: Intermezzo

Hugo Ball

Sieben schizophrene Sonette

7. Intermezzo

Ich bin der große Gaukler Vauvert.
In hundert Flammen lauf ich einher.
Ich knie vor den Altären aus Sand,
Violette Sterne trägt mein Gewand.
Aus meinem Mund geht die Zeit hervor,
Die Menschen umfaß ich mit Auge und Ohr.

Ich bin aus dem Abgrund der falsche Prophet,
Der hinter den Rädern der Sonne steht.
Aus dem Meere, beschworen von dunkler Trompete,
Flieg ich im Dunste der Lügengebete.
Das Tympanum schlag ich mit großem Schall.
Ich hüte die Leichen im Wasserfall.

Ich bin der Geheimnisse lächelnder Ketzer,
Ein Buchstabenkönig und Alleszerschwätzer.
Hysteria clemens hab ich besungen
In jeder Gestalt ihrer Ausschweifungen.
Ein Spötter, ein Dichter, ein Literat
Streu ich der Worte verfängliche Saat.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Der 9. Juni ist der 160. Tag des gregorianischen Kalenders (der 161. in Schaltjahren), somit verbleiben 205 Tage bis zum Jahresende.

Donald Ducks Geburtstag – der amerikanische Donald Duck Day

Tag des Gartens

Namenstag Ephraim

Friedrich Hebbel: Lied

Friedrich Hebbel: Lied

Komm, wir wollen Erdbeer’n pflücken,
Ist es doch nicht weit zum Wald,
Wollen junge Rosen brechen,
Sie verwelken ja so bald!

Droben jene Wetterwolke,
Die dich ängstigt, fürcht‘ ich nicht;
Nein, sie ist mir sehr willkommen,
Denn die Mittagssonne sticht.

All die sengend-heißen Stralen,
Die uns drohen, löscht sie aus,
Und wenn sie sich selbst entladet,
Sind wir lange schon zu Haus!

Tändelnd flecht‘ ich dann die Rosen
In dein dunkelbraunes Haar,
Und du bietest Beer‘ um Beere
Meinen durst’gen Lippen dar.

Quelle:
Friedrich Hebbel: Sämtliche Werke. 1. Abteilung: Werke, Berlin [1911 ff], S. 151-152.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Der 8. Juni ist der 159. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 160. in Schaltjahren), somit verbleiben noch 206 Tage bis zum Jahresende.

Welt-Hirntumor-Tag (World Brain Tumor Day)

Feiertag Argentinien – Tag der polnischen Siedler (Día del Colono Polaco)

Tag des Meeres

Hoppla-Tag – der US-amerikanische National Upsy Daisy Day

 

 

Hugo Ball: Der Pasquillant

Hugo Ball

Sieben schizophrene Sonette

6. Der Pasquillant

Auch konnt es unserm Scharfsinn nicht entgehen,
Daß ein Herr Geist uns zu bemäkeln pflegt,
Indem er ein Pasquill zusammenträgt,
Das ihm die Winde um die Ohren säen.

Bald kritzelt er, bald hüpft er aufgeregt
Um uns herum, dann bleibt er zuckend stehen
Und reckt den Schwartenhals, um zu erspähen,
Was sich in unserm Kabinett bewegt.

Den Bleistiftstummel hat er ganz zerbissen,
Die Drillichnaht ist hinten aufgeschlissen,
Doch dünkt er sich ein Diplomatenjäger.

De fakto dient bewußter Schlingenleger
Dem Kastellan als Flur- und Straßenfeger
Und hat das Recht die Kübel auszugießen.